Kopfplatten Formen bei Gitarren: Namen, Stile und die richtige Wahl
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Kopfplatten Formen bei Gitarren: Namen, Stile und die richtige Wahl
Kopfplatten Formen sind das schnellste Erkennungsmerkmal einer Gitarre, selbst quer durch den Raum. Die Kontur ist vor allem Optik, aber die Anordnung der Mechaniken und der Winkel verändern, wie die Saiten ziehen, wie stabil die Stimmung bleibt und wie leicht etwas bricht. Dieser Guide nennt die gängigen Formen beim Namen, erklärt, was jede Anordnung bewirkt, und zeigt dir, wie du die passende aussuchst oder selbst gestaltest.
Kopfplatte 6 in Reihe, 3+3 und die anderen Anordnungen der Mechaniken
Bevor du auf die Kontur schaust, sieh dir an, wo die Mechaniken sitzen. Jede Kopfplatte gehört zu einer dieser Anordnungen:
- 6 in Reihe: alle sechs Mechaniken auf einer Seite, wie bei Tele und Strat. Gut erreichbar, und die Saiten laufen fast gerade über den Sattel. Die Kopfplatte ist meist flach und braucht deshalb Niederhalter für die dünnen Saiten.
- 3+3: drei Mechaniken pro Seite, wie bei LP, SG und den meisten Akustikgitarren. Die Kopfplatte ist nach hinten gewinkelt, dadurch drücken die Saiten ohne Niederhalter auf den Sattel.
- 4+2: vier Mechaniken oben, zwei unten. Ein Kompromiss, der den Saitenzug auf einer kürzeren Kopfplatte gerade hält.
- Reverse 6 in Reihe: die Mechaniken sitzen auf der Diskantseite, die tiefen Saiten laufen hinter dem Sattel also länger. Viele sagen, die Bass-Saiten fühlen sich dadurch etwas straffer an.
- Headless: gar keine Kopfplatte. Die Stimmmechanik wandert an die Brücke, die Gitarre wird kurz und leicht.
Kopfplatten Formen mit Namen: von 6 in Reihe bis Headless
TL-Style: die originale 6 in Reihe
Die einfachste Kontur: ein flaches Paddle mit einer kleinen Ausbuchtung an der Seite. Schlicht, leicht und einfach zu fertigen. Findest du bei unserem Tele Hals.
ST-Style: die größere, geschwungene 6 in Reihe
Breiter und runder, mit der tiefen Kurve an der Spitze. Sie gleicht den langen Korpus aus und ist die meistkopierte Kontur der Welt. Sieh dir den Strat Hals an.
Sword oder spitz
Eine schmale 6 in Reihe, die in einer scharfen Spitze endet. Der Superstrat-Look der 1980er, beliebt in Rock und Metal, und bei uns die längste der drei Konturen. Unser Hals mit spitzer Kopfplatte hat sie, ab 132,95 €.
Open Book: die klassische Kopfplatte 3+3
Die klassische 3+3 mit einer kleinen Kerbe in der Oberkante, sodass die Kontur wie ein aufgeschlagenes Buch wirkt. Nach hinten gewinkelt, mit leichter Verbreiterung nach oben. Zu finden bei LP-Style und vielen Akustikgitarren: siehe unseren LP-Style Hals.
Gerade 3+3
Eine schlichtere 3+3 mit geraden Seiten und flacher oder abgerundeter Oberkante. Einfacher zu sägen, häufig bei SG-Style und günstigen Gitarren. Sieh dir den SG Hals an.
PR-Style 3+3
Eine 3+3 mit geschwungenen, fließenden Seiten und einer kleinen Spitze oben. Sie hält die Saiten hinter dem Sattel fast gerade, was der Stimmstabilität hilft. Sieh dir den PR-Style Hals an.
Firebird-Style
Eine lange 6 in Reihe mit gestufter Kontur, nach hinten gewinkelt wie eine 3+3. Die Originale hatten Banjo-Mechaniken, die von hinten montiert wurden. Sieh dir den Firebird-Style Hals an.
Hockey Stick und Banane
Lange Formen mit 6 in Reihe aus den 1980ern, die an der Spitze nach unten knicken wie ein Hockeyschläger oder sich in einem langen Bogen biegen wie eine Banane. Typisch für kantige Rockgitarren.
Scroll und andere Unikate
Schnecken im Geigenstil, Ausschnitte, geteilte Spitzen: bei einzigartigen Kopfplatten Formen setzen Gitarrenbauer ihre Signatur. Jede Kontur funktioniert, solange die Mechanikwirbel mit den Saitenkerben im Sattel fluchten.
Paddle: der Rohling zum Selbstformen
Ein schlichtes Rechteck ohne Mechanikbohrungen. Kein Stil zum Spielen, sondern der Ausgangspunkt für dein eigenes Design. Unser Paddle Hals liefert dir den kompletten Hals mit ungeschnittener Kopfplatte, ab 84,95 €.
Kopfplatten Formen auf einen Blick
| Form | Mechaniken | Winkel | Typische Gitarren |
|---|---|---|---|
| TL-Style | 6 in Reihe | Flach | Tele und Gitarren im TL-Style |
| ST-Style | 6 in Reihe | Flach | Strat, Superstrats |
| Sword / spitz | 6 in Reihe | Flach | Rock- und Metalgitarren der 1980er |
| Open Book | 3+3 | Gewinkelt | LP-Style, Akustikgitarren |
| Gerade 3+3 | 3+3 | Gewinkelt | SG-Style, viele günstige Gitarren |
| PR-Style | 3+3 | Gewinkelt | Gitarren im PR-Style |
| Firebird-Style | 6 in Reihe | Gewinkelt | Gitarren im Firebird-Style |
| Hockey Stick / Banane | 6 in Reihe | Flach | Kantige Rockgitarren |
| 4+2 | 4+2 | Flach | Einige moderne Solidbodys |
| Headless | Keine | Keiner | Kompakte Reise- und Extended-Range-Gitarren |
Flach oder gewinkelt: was der Winkel der Kopfplatte bewirkt
Die Saiten müssen fest auf dem Sattel aufliegen, sonst schnarren sie und verlieren Sustain. Dafür gibt es zwei Wege:
- Flache Kopfplatte (die meisten Formen mit 6 in Reihe): die Kopfplatte liegt in einer Linie mit dem Hals, oft etwas tiefer gesetzt. Niederhalter ziehen die dünnen Saiten nach unten. Simpel und stabil, aus einem Stück Holz gefertigt.
- Gewinkelte Kopfplatte (die meisten 3+3-Formen): die Kopfplatte kippt nach hinten, meist um etwa 10 bis 17 Grad. Niederhalter braucht es nicht, aber der Winkel schneidet quer durch die Faser, und das ist die Schwachstelle, wenn eine Gitarre umfällt. Deshalb haben viele gewinkelte Kopfplatten eine Volute (eine kleine Verdickung hinter dem Sattel) oder einen Scarf Joint (ein zweites, schräg angeleimtes Holzstück).
Manche Kopfplatten mit 6 in Reihe nutzen Mechaniken mit unterschiedlichen Höhen, am höchsten bei der tiefen E-Saite. So sitzen die dünnen Saiten tiefer und ein Niederhalter wird überflüssig.
Ändert die Form der Kopfplatte den Sound?
Sehr wenig. Die Kontur ist Optik. Spürbar sind Masse und Winkel: eine schwerere Kopfplatte kann eine Spur mehr Sustain bringen, und der Winkel verändert, wie straff sich die Saiten anfühlen. Eine größere Kopfplatte macht die Gitarre am Gurt außerdem kopflastiger. Nimm die Form, die dir gefällt: Es ist der Teil der Gitarre, den du beim Spielen am meisten siehst.
Warum Nachbauten eine leicht andere Kontur haben
Die großen Hersteller schützen ihre Konturen als Marken. Deshalb nutzen Style-Gitarren und Bausätze, unsere eingeschlossen, Konturen, die den Klassikern nahekommen, aber nicht identisch sind: die Kurve ist verschoben, die Spitze kürzer, die Kerbe anders. Genau deshalb ist die Kopfplatte auch der beste Ort, um eine Gitarre zu deiner eigenen zu machen.
So entwirfst du deine eigene Kontur
Mit unserem Paddle Hals als Basis ist eine eigene Form an einem Nachmittag geschafft, mit Stichsäge oder Laubsäge, Feilen und Schleifpapier. Diese Regeln solltest du im Kopf behalten:
- Zuerst die Saiten. Zeichne die sechs Saitenlinien ab den Sattelkerben und setze die Mechanikwirbel so, dass die Saiten möglichst gerade ziehen. Erst danach zeichnest du die Kontur um die Wirbel herum.
- Platz um jede Mechanik lassen. Mindestens 8 bis 10 mm Holz zwischen Bohrung und Kante.
- Auf die Größe achten. Unsere drei Formen mit 6 in Reihe messen 170 bis 189 mm ab Sattel. Deutlich länger wird die Gitarre kopflastig, und sie passt eventuell nicht mehr in deinen Koffer.
- Eine Schablone bauen. Zeichne sie in Originalgröße auf Karton oder Hartfaser, schneide sie aus und halte sie an den Hals, bevor du sägst.
- Bohren vor dem Formen der Kanten. Bohre die Löcher für die Mechaniken mit der Ständerbohrmaschine rechtwinklig zur Fläche, erst dann sägst du die Kontur aus.
Du willst lieber nicht selbst sägen? Unser Hals nach Maß kommt mit der Kopfplatte deiner Wahl in Sword, TL-Style oder ST-Style, lackiert in Klar, Schwarz oder Weiß, ab 138,95 €.
Finish und Logo
Eine in Korpusfarbe lackierte Kopfplatte, auch Matching Headstock genannt, ist ein Klassiker unter den Custom-Details. Dazu dein Name oder Logo: unsere Headstock Aufkleber nach deinem Design entstehen aus deiner eigenen Vorlage, und unser Guide zeigt dir, wie du einen Aufkleber auf der Kopfplatte anbringst, bevor der Klarlack kommt.
FAQ
Welche Kopfplatten Formen gibt es?
TL-Style, ST-Style und Sword bei 6 in Reihe, Open Book, gerade und PR-Style bei 3+3, dazu Firebird-Style, Hockey Stick, 4+2 und Headless.
Beeinflusst die Form der Kopfplatte den Sound?
Sehr wenig. Der Winkel und das Gewicht der Kopfplatte zählen mehr als die Kontur.
Warum brauchen manche Kopfplatten Niederhalter?
Auf einer flachen Kopfplatte mit 6 in Reihe laufen die dünnen Saiten zu flach über den Sattel. Ein Niederhalter zieht sie nach unten, damit sie fest in der Sattelkerbe sitzen.
Was ist eine Reverse-Kopfplatte?
Eine Kopfplatte mit 6 in Reihe, gespiegelt, sodass die Mechaniken auf der Diskantseite sitzen. Die tiefen Saiten werden hinter dem Sattel länger.
Kann ich die Form der Kopfplatte an meinem Hals ändern?
Ja, wenn du sie nur kleiner machst und rund um die Mechaniken genug Holz stehen lässt und die Kopfplatte danach neu lackierst. Für ein neues Design ist es einfacher, mit einem Hals mit ungeschnittener Paddle-Kopfplatte zu starten.